
Das kleine Derby gegen den Nachbarn aus Leverkusen sollte dieses Mal für einen Großteil der Kölner Fanszene mit einer besonderen Anreise beginnen. So trafen sich mittags rund 600 Fans auf der Schäl Sick, um sich mit einem vom Dachverband organisierten Schiff auf den Weg zum Flutlichtspiel in der Farbenstadt zu begeben. Nach rund eineinhalb Stunden Fahrt und mehreren Aktionen seitens der Kölner, die leider wieder einmal unter Stadtverbot leiden mussten, legten wir in Leverkusen an (Stadtverbotler mit uns!).
Über verschiedene Wege machten sich die FC-Fans durch den Neuland-Park auf zur umgebauten BayArena. Diese war am Ende von rund 7000 Kölner belagert, die sich über alle möglichen Varianten Karten für das Spiel besorgten. Wenn der ewige Vizemeister das Stadion nicht selbst füllen kann, tun wir das eben.
Zum Intro wollten wir mit 300 Stadtfahnen, die auf dem Schiff verteilt wurden, unsere Liebe zu unserer Stadt ausdrücken. Leider wurden seitens des Gastgebers alle Materialien verboten, was die Ordner so wörtlich nahmen, dass sie teilweise Eintrittskarten von Fans zerrissen, die versuchten, mit ihrer Stadtfahne ins Stadion zu gelangen. Wie übertrieben lächerlich kann man sich eigentlich machen.
Nur rund 60 Fahnen fanden am Ende den Weg ins Stadion. Diese wurden zum Einlaufen der Mannschaften zusammen mit einer nett anzusehenden Pyro-Aktion präsentiert.
Dass Pyrotechnik gesittet und ruhig, ohne Randale-Hintergrund, ablaufen kann, konnte man im Kölner Gästeblock wieder einmal sehen.
Im Vorfeld des Spiels ging es für die Pessimisten lediglich darum zu tippen, wie viele Gegentore unsere Mannschaft kassieren würde. Während der 90 Minuten sollte sich herausstellen, dass es nicht Viele sein würden.
Unser Team begann, auswärts gewohnt, defensiv, was dieses Mal auch wieder funktionierte, und folglich hatte der Tabellenführer seine Probleme, zu guten Chancen zu kommen. Nach 15 Minuten hatte Hypiää wohl die größte Chance, bevor auch Sebastian Freis für die Geißböcke nach rund einer halben Stunde eine Riesenchance vergab.
Torlos gingen die Mannschaften mit dem Fazit in die Halbzeit, dass es ein Spiel ohne viele große Torchancen und mit einer gut stehenden Kölner Defensive sein sollte.
Im Gästeblock war die Zufriedenheit über das Spiel unserer Mannschaft an der Stimmung abzulesen. Wenn man bedenkt, dass wir ohne Trommeln, die ebenfalls nicht erlaubt waren, Stimmung erzeugen mussten, kann man den Auftritt als ‚gut gelungen‘ bezeichnen.
Oft hallten die lauten Sprechchöre der FC-Fans durch das Stadion. Dass fast die gesamte Hintertortribüne in Kölner Hand war, war daran sicherlich nicht ganz unschuldig. Auch durch den neuen, wenn auch äußerst kleinen, Oberrang hatten wir die Chance, endlich mit mehr Fans nach Leverkusen zu reisen.
Die zweite Halbzeit entwickelte auf dem Platz keine Neuigkeiten. Der FC verteidigte so gut er konnte, die Werkself hatte keine Mittel um erfolgreich vor dem Tor von Faryd Mondragon aufzutauchen.
Auch auf den Rängen zeigte sich das gewohnte Bild: der FC-Anhang überzeugte phasenweise sehr, während man aus der Heimkurve so gut wie keine lauten Gesänge vernehmen konnte.Erfreulich zu sehen, dass es auch gute Derbystimmung seitens der FC-Fans gibt, wo wir uns in den letzten Jahren doch oft über schlechte Stimmung bei den Spielen des Jahres beklagt haben.
Kurz vor Ende der Partie und des Punktgewinns für den FC wurde Toni Kroos dann bei einer Ecke mit Gegenständen beworfen. Wir haben stets die Meinung vertreten, dass es keinem hilft, Gegenstände auf den Platz zu werfen! Die wahren Probleme entstehen durch solche unüberlegten Aktionen, die wir in der Vergangenheit, heute und in Zukunft verurteilen werden. Diese und unachtsame Aktionen innerhalb des Gästeblocks sind nicht förderlich für Fans, die das sichere Abbrennen von Pyrotechnik befürworten und dafür kämpfen.
Aktionen wie die kurz vor Ende des Spiels stehen in keinem Zusammenhang zu einem Pyro-Intro zu Beginn des Spiels, welches nicht nur von Fans, sondern auch von Spielern gerne gelobt wird und sie motiviert.
Nach Abpfiff, der, was man am Arme-hochreißen erkennen konnte, mehr als nur ein Punktgewinn für uns darstellte, verabschiedete sich die Mannschaft von den feiernden Fans und auch Christopher Schorch relativierte seine Worte, die er vor dem Derby äußerte, indem er ein ALAB-Tshirt überzog. Emotionen sollte man nicht verstecken!
Den Rückweg aus der Vizemeister-Stadt traten wir gewohnt mit dem Zug an. Nachdem 80 Minuten nach Spielende endlich der erste Zug Richtung Köln eintrudelte, empfingen wir die Stadtverbotler sowie die Fans, die durch polizeiliche Maßnahmen dem Spiel fernbleiben mussten.
An dem Achtungserfolg in Leverkusen gilt es nun gegen den FC Bayern anzuknüpfen!